0

Mein Buchtipp im Juli: Mareike Fallwickl, Die Wut, die bleibt

Helene, Mutter von drei Kindern steht beim Abendessen auf, geht zum Balkon und stürzt sich in den Tod. Die Familie ist im Schockzustand! Plötzlich fehlt ihnen alles, was sie bisher zusammengehalten hat: Liebe, Fürsorge, Sicherheit. Helenes beste Freundin Sarah, die Helene ihrer Familie wegen, zugleich beneidet und bemitleidet hat, wird in den Strudel der Trauer und des Chaos gezogen. Lola, die älteste Tochter, sucht nach einer Möglichkeit, mit ihren Emotionen fertigzuwerden, und konzentriert sich auf das Gefühl, das am stärksten ist: Wut.

Die Ausgangssituation ist beängstigend und stellt alles in Frage was Muttersein so umtreibt. Sich durch Suizid dem Muttersein zu entziehen das bewegt! Es wird abwechselnd aus der Perspektive von Lola, Helenes Tochter, gerade in der Pubertät, und Sarah, Helenes langjähriger Freundin erzählt. Die gesamte Gefühlswelt der beiden wird dem Leser schonungslos und direkt dargelegt. Das Rollenbild der Frau, die Überforderung des Mutterseins und die Erwartung der Gesellschaft stehen im Fokus. Der Roman thematisiert viele aktuelle Themen der feministischen Debatte, „Verteilung der Care-Arbeit“, „anerzogene Geschlechterrollen“, „Gendern“, „Belästigung“, „Bodyshaming“ und, und, und.

Das Buch ist laut, derbe und wütend und ich würde es am liebsten allen Menschen in die Hand drücken

Roman, Rowohlt Hundert Augen
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783498002961
22,00 €inkl. MwSt.

Lieferbar innerhalb 24 Stunden

In den Warenkorb
Kategorie: Ortrud Mücka