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Buchtipps - Julia Giesen

Als die Mutter bei der Reise von England nach Frankreich unerwartet erkrankt, sind die fünf Geschwister auf einmal ganz auf sich alleine gestellt. So müssen sie die Sommerwochen ohne die Mutter  in dem in die Jahre gekommenen Hotel in der Champagne,  in Vieux-Moutiers, verbringen. Nur der charmante und etwas undurchsichtige Eliot nimmt sich der Kinderschar an und lädt sie zu Ausflügen in die traumhafte Umgebung ein.

„Schwarze Zitronen“ spielt Anfang der Fünfziger Jahre im touristisch noch kaum bekannten Fischerörtchen Amalfi. Nachdem Clarettas Mann im Krieg gefallen ist, muss sie ihre vier Söhne alleine ernähren. Ohne große Hoffnung auf Anstellung bewirbt sie sich als Sekretärin bei der Carabinieri. Obwohl sie keine Ausbildung besitzt, stellt der Capitano sie überraschend ein.

In „Eine andere Zeit“ erzählt Helga Bürster von den Schwestern Enne und Suse, die in den 1970ern in einem abgelegenen Dorf in Vorpommern aufwachsen. Suse, die sensiblere der beiden Schwestern, ist häufig krank, so dass Enne oftmals zurückstecken muss. Bis auf wenige Momente der Nähe sind sich die Schwestern eher fern. In den Sommerferien bekommen sie meist Besuch von ihrer Kusine, die mit der Schwester des Vaters aus dem Westen anreist.

Rose Napolitano ist eine Frau, die mitten im Leben steht und weiß was sie möchte. Als Professorin und Wissenschaftlerin beruflich erfolgreich, weiß sie aber auch was sie nicht möchte. So ist es ein Kind zu haben, nie ein Teil ihres Lebensplans gewesen. Auch für ihren Ehemann Luke ist es nicht wichtig ein Kind zu haben, darauf haben sich beide bereits vor der Ehe verständigt.

Mal wieder hat mich der Diogenes Verlag nicht enttäuscht! Nicht nur, dass der Diogenes Verlag in diesem Jahr sein 70jähriges Bestehen feiert, sondern auch immer ein Garant für gute Bücher ist.

Gisa Klönne, den Lesern bekannt durch ihre Kriminalromane rund um die Kommissarin Judith Krieger, hat wieder eine packende Familiengeschichte veröffentlicht. „Für diesen Sommer“ beschreibt auf sehr einfühlsame Art eine besondere Vater-Tochter-Beziehung. Der 84- Jährige Vater Heinrich Roth hat nach dem Tod seiner Frau jegliche Lebensfreude verloren und verhält sich immer sonderbarer. Vereinsamt lebt er noch immer in dem einstigen Haus der vierköpfigen Familie.

Der israelische Schriftsteller Dror Mishani hat mich bereits mit seinem letzten Roman „Drei“ begeistert und in Atem gehalten. Mit „Vertrauen“ legt er einen weiteren literarischen Kriminalroman vor. Die Geschichte beginnt in einem Vorort von Tel Aviv. Dort wird vor einem Krankenhaus ein Baby gefunden. Die Verdächtige wird  zeitnah ausfindig gemacht, bestreitet aber vehement die Mutter des Neugeborenen zu sein. Zeitgleich verschwindet ein Tourist spurlos und ohne Gepäck aus einem Hotel.

Nach einem Streit mit den Eltern verschwindet die junge Rose in der kanadischen Kleinstadt Solare spurlos. Die siebenjährige Schwester Clara wartet seitdem täglich auf die Rückkehr der großen Schwester und verlässt nur zum Schlafen ihren Beobachtungsposten am Fenster. Zur gleichen Zeit muss ihre Nachbarin Elizabeth Orchard ins Krankenhaus.

Bereits mit seinem Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ hat sich Benedikt Wells in die Herzen vieler Leser und Leserinnen geschrieben. Mit seinem neuen Roman „Hart Land“ übertrifft er die Erwartungen bei weitem. Fulminant hat er wieder Charaktere erschaffen, die eine extreme Sogwirkung entwickeln, dieser man sich nur schwer entziehen kann.