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Suche konnte nicht ausgeführt werden. Bitte versuchen Sie es später erneut.Buchtipp von unserer Praktikantin Nora Bader
Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt. Schon auf den ersten Seitenn war ich ganz in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Obwohl mich Landschaftsbeschreibungen normalerweise schnell langweilen oder ich dazu neige, sie zu überfliegen, war das hier nicht der Fall. Im Gegenteil- ich fand sie in diesem Buch sehr gelungen und atmosphärisch dicht. Die Naturbeschreibungen haben die unheimliche, teils düstere Stimmung wunderbar unterstrichen und zur Atmosphäre beigetragen, ohne langatmig zu wirken.
Besonders beeindruckt hat mich, wie leicht es mir fiel, mich in die Protagonistin Effy hineinzuversetzen. Ihre Frustration, Angst,Unsicherheit und das Gefühl, in einer feindlich gesinnten Welt festzustecken, kamen für mich sehr glaubhaft rüber. Ich konnte ihre innere Zerrissenheit und das ständige Gefühl, missverstanden oder bevormundet zu werden, sehr gut nachempfinden. Die Darstellung ihrer Konflikte, aber auch ihrer Träume und Hoffnungen, war eindrucksvoll und sehr feinfühlig geschrieben.
Die unheimliche Stimmung, die sich durch das ganze Buch zieht, war für mich besonders fesselnd. Es gelang der Autorin sehr gut, diese subtile Bedrohung und das Gefühl von Unsicherheit und Desorientierung aufzubauen. Oft wusste man selbst nicht genau, was real war und was vielleicht nur in Effys Vorstellung existierte- dieses Spiel mit Wahrnehmung und Wirklichkeit fand ich sehr gelungen.
An vielen Stellen im Buch musste ich wirklich schlucken. Manche Aussagen und Verhaltensweisen von (vor allem männlichen) Charakteren haben mich wütend gemacht und mir regelrecht den Atem geraubt. Besonders die Bevormundung, die Herablassung und die strukturelle Ungleichbehandlung von Frauen waren schwer zu ertragen- nicht nur , weil sie so offensichtlich ungerecht waren, sondern auch, weil sie so glaubhaft und realistisch geschildert wurden.
Gleichzeitig fand ich es wirklich schön zu beobachten, wie Effy im Verlauf des Buches dargestellt wurde und wie sie sich entwickelt hat. Ihre Entwicklung war nicht überzeichnet oder unrealistisch, sondern nachvollziehbar und sehr menschlich. Sie bleibt verletzlich und sensibel, aber sie findet langsam zu sich selbst, stellt Fragen, beginnt zu zweifeln und sich zu behaupten- wenn auch oft leise und zögerlich. Diese feine Darstellung von inneren Wachstum hat mich tief berührt.
Insgesamt hat mich das Buch auf vielen Ebenen bewegt- emotional, sprachlich und inhaltlich. Es war eindrucksvoll, atmosphärisch dicht und hat wichtige Themen auf eine sehr persönliche und eindringliche Weise behandelt. Ich denke, die Geschichte und insbesondere Effys Erlebnisse und Gefühle werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben.