Mein Buchtipp im Januar: Iris Wolf, Lichtungen

Viele Jahre waren vergangen. Während Lev noch in Rumänien verharrte, gefangen von Familienverflechtungen und Kindheitserinnerungen, hatte Kato sich längst auf nach Europa gemacht. Eine Postkarte erlöste ihn aus seiner Erstarrung, und er machte sich auf, sie zu besuchen.

Dieser schmale, nur 250 Seiten umfassende Roman liest sich federleicht. Immer tiefer taucht der Leser ein in die Geschichte der beiden Protagonisten. Ein interessanter Kunstgriff: Die Geschichte wird rückwärts erzählt. Geschickt gelenkt, taucht der Leser immer tiefer in die familiären Verstrickungen der Figuren ein, die gleichzeitig die Geschichte eines zerrissenen Landes vermitteln. Kann Rumänien ein Ort sein, zu dem man zurückkehrt, an dem man sein Leben, seine gewohnte Routine zurückbekommt?

Iris Wolff hat einen großen europäischen Roman geschrieben, den ich mit viel Genuss gelesen und glücklich beendet habe. Eine echte Empfehlung!

 


Bibliographie
Kategorie