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Buchtipps - Doris Höreth

Eigentlich dürfte man so ein Buch im November nicht empfehlen: Es geht um den pensionierten Elektrofachverkäufer Walter Schmidt, der eines Morgens auf dem Weg zum Badezimmer über seine Frau stolpert, die dort auf dem Boden liegt, und alles was ihm spontan zu dieser verstörenden Situation einfällt, ist: „Wer kocht mir jetzt meinen Kaffee?“ Tatsächlich ist Barbara schwerkrank, w

Die Hildebrandts sind eine Pfarrersfamilie aus dem Mittleren Westen Amerikas. Ihre Geschichte wird auf über 800 unglaublich spannenden Seiten erzählt, wobei das erste Drittel des Romans an einem einzigen Tag spielt: Es ist der 23. Dezember 1971, und für Chicago sind Turbulenzen angesagt…

Dunkelblum ist ein fiktiver Ort im Burgenland an der Grenze zu Ungarn. Die Geschichte beginnt 1989, als die ersten DDR-Flüchtlinge hier über die plötzlich offene Grenze in den Westen flüchten.

Wenn wir an fremde Länder denken, denken wir immer auch an das Essen, das uns mit ihnen verbindet. Bestimmt hängt die Sehnsucht vieler Menschen nach Italien auch mit den leckeren Spaghetti und der Eiscreme zusammen, die Italien berühmt gemacht haben.

Casey ist einunddreißig, hat 76 000 Dollar Schulden aus ihren Studienzeiten, einen miesen Job als Kellnerin, ein  schäbiges Zimmer über einer Garage und nur eine Gewißheit im Leben, die ihr aber langsam abhanden kommt: Sie will schreiben. An ihrem ersten Roman arbeitet sie seit 6 Jahren, und er ist das einzige, was sie im Moment festhält, während sie immer mehr den Boden unter ihren Füßen verliert: Innerhalb kürzester Zeit ist nicht nur ihre Mutter gestorben, auch ihre Liebe ist plötzlich abgetaucht. 

  Bücher von Daniela Krien lese ich nicht, ich inhaliere sie. So ging es mir schon mit „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“,  dem Roman über die deutsch-deutsche Wende, den ich 2011 gelesen habe. Mit „Die Liebe im Ernstfall“ gelang ihr 2019 der große Durchbruch, und auch mit ihrem neuen Roman wird sie viele Menschen erreichen. 

Eine Frau ist in Trauer. Ihr Mann kam vor drei Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben, und kurz danach erfuhr sie, dass er eine Geliebte gehabt hatte. Es umgibt sie ein warmes Netz von guten Freunden und Familienangehörigen. Sie wird aufgefangen, kann sich im wilden Garten des gemeinsam gebauten gemütlichen Holzhauses zurückziehen, zu sich kommen.

Sylvain Tesson, Der Schneeleopard. Rowohlt Verlag, 20 €                                     

Eine Handvoll Menschen lebt auf den Shetlands, umgeben von Schafen und den rauen Kräften des Atlantiks. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt und bewältigt die Herausforderungen des kargen Daseins, abhängig von Wetter und Gezeiten, auf seine Weise. Trotzdem gibt es auf der Insel Gemeinschaftssinn, und falls nötig, hilft man zusammen.

Achtzig Jahre alt musste Helga Schubert werden, um endlich "Vom Aufstehen" zu schreiben. Diese knapp 18 Seiten lange Geschichte handelt von ihrer Mutter, die zeitlebens von ihr eingefordert hatte, über sie zu schreiben. Mit knapp 102 ist diese Mutter dann gestorben, und Helga Schubert konnte erzählen. Von einer vom Krieg schwer beschädigten Frau, die ihr deutlich zu verstehen gab, dass sie ihr drei Heldentaten zu verdanken hätte: "Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen."