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Buchtipps - Doris Höreth

Die Geschichte von Robert Baines beginnt mit einem Paukenschlag: Elf Jahre ist er, als der Sohn eines britischen Armeeoffiziers seine bisherige Heimat Libyen und seine Mutter verlassen muss, um in England ein Internat zu besuchen. Dort erhält er auf Wunsch seines Vaters Klavierunterricht. Die Klavierlehrerin, die bald sein musikalisches Talent erkennt, fördert den Jungen aber nicht nur als Musiker, sondern verstört ihn zutiefst.

Celeste Ng hat sich mit „Kleine Feuer überall“ und „Was ich euch nicht erzählte“ in die Herzen vieler Leserinnen und Leser geschrieben. Ihr kühler, und doch empathischer Schreibstil, ihre kluge Kritik an der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft, in der sie verankert ist und die ihr doch als Kind chinesischer Eltern einen Blick von außen ermöglicht, machten sie international zur gefeierten Bestsellerautorin.

Frankfurt, 1945. Im Bombenhagel ist von der Verlagsbuchhandlung ihrer Eltern kaum etwas geblieben, doch Ella Reichenbach beschließt, den Papiervorrat ihrer verstorbenen Mutter dafür zu verwenden, den Verlag wieder aufleben zu lassen.

„Not waving but drowning“ , ein Gedicht des britischen Dichters Stevie Smith, steht als Prolog vor Dörte Hansens neuen Roman „Zur See“, und diese Zeile leitet auch das letzte Kapitel ihres Buches ein. Es könnte der Nordsee gewidmet sein, „aber kein Mensch, kein Hund, kein Mond ist halb so treulos wie die See, die niemanden vermisst...Die sich so lieben lässt und keinen je zurückgeliebt hat."

Kioskbesitzer Armin versucht erfolglos zu meditieren, der Nachbarin von oben mangelt es an Schlaf, Hundebesitzer Pohl klagt über Angstzustände und Panikattacken. Alle vertrauen sich unserer Protagonistin an, beim Spazierengehen im Park und während langer nächtlicher Unterhaltungen auf der Treppe wird der Kummer aller Art nicht gelöst, aber er kommt zumindest ans Licht.

Zeliko, der von allen „Jimmi“ genannt wird, ist 15, als er sich in die Heidelberger Professorin verliebt, bei der seine Mutter putzt. Martha, 48, gebildet und sehr gepflegt, wirkt magisch angezogen von dem Wissensdurst und von der Schönheit des Jungen, der Literatur zu inhalieren scheint und seinen Wortschatz durch Zeitungslektüre aus Altpapiercontainern erweitert.

Die junge irsche Autorin hat mit „Snowflake“ ihr Debut geschrieben. Zumindest die biographischen Daten stimmen mit dem Leben ihrer jungen Heldin überein: Sie wuchs in einer Farm in der Grafschaft Kildare auf, studierte Literatur am Trinity College in Dublin und Kreatives Schreiben an der Queen’s University Belfast.

  Im Juni 21 habe ich an dieser Stelle „Stay away from Gretchen“ vorgestellt – ein Buch, dass viele von uns sehr berührt hat. Jener Roman wurde im Oktober 21 unter die fünf beliebtesten Bücher der „Unabhängigen Buchhändler“ gewählt.

Brenner Krimis sind ja Raritäten, auf den letzten Brenner haben wir 8 Jahre warten müssen. Aber dafür ist der Brenner jetzt endgültig in Wien gelandet, wo er als Mistler auf einem Recyclinghof arbeitet. Und schon ist wieder etwas passiert, es tauchen Teile einer weiblichen Leiche in verschiedenen Wannen auf, leider nicht ordentlich getrennt.

Iglhaut ist die sympathische, aber etwas rauhbauzige Schreinerin, die im Hinterhof eines Münchner Mietshauses ihre Werkstatt hat. Dort kriegt sie, meistens unfreiwillig, die Geschichten ihrer Mitbewohner erzählt, obwohl sie eigentlich lieber ihre Ruhe hätte – mit ihrer verflossenen Liebe, ihrem kaputten Backenzahn, ihren komplizierten Eltern und ihrem Hund hat sie schon genug zu tun.