Mein Buchtipp im September: Dörte Hansen, "Zur See"

„Not waving but drowning“ , ein Gedicht der britischen Dichterin Stevie Smith, steht als Prolog vor Dörte Hansens neuen Roman „Zur See“, und diese Zeile leitet auch das letzte Kapitel ihres Buches ein. Es könnte der Nordsee gewidmet sein, „aber kein Mensch, kein Hund, kein Mond ist halb so treulos wie die See, die niemanden vermisst...Die sich so lieben lässt und keinen je zurückgeliebt hat."

Dörte Hansen scheint die Nordsee sehr zu lieben, so wie auch die Menschen, die auf der kleinen Nordseeinsel leben, völlig anders als ihre Vorfahren, aber  den alten Werten und Traditionen verpflichtet. Ab und zu, so scheint es zumindest, mag sie auch die Touristen, welche die Insel belagern und aus deren Bewohnern Marionetten ihrer selbst machen. Wieder beschreibt sie auf eindringliche Weise, wie sich ein Stück Heimat verändert, das in zwanzig oder hundert Jahren vielleicht sogar verschwunden sein könnte. Die Auswirkungen auf die Menschen dort sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst.


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