Mein Buchtipp im September: Victor Lodato, Honey
Wir lernen Honey kennen, nachdem sie wieder in ihre Heimatstadt New Jersey zurückgekehrt ist. Sie ist 82, macht sich fertig für ein Abendessen mit ihrem Geliebten, hat sehr großen Hunger, ist sehr eitel und tiptop in Form. Der Abend wird nicht so enden, wie es sich erhofft hatte.
Honey hat nach einer buchstäblichen Flucht aus ihrem reichen Elternhaus den Großteil ihres Lebens als Kunstexpertin für große Auktionshäuser in LA gelebt. Sie hat massig Geld, das sie nicht dem Mafiaclan ihrer Herkunftsfamilie verdankt, und trifft ihre eigenen Entscheidungen. Nun ist sie zurück, um sich mit den Leichen im Keller (oder besser gesagt im Garten) ihrer Familie auseinanderzusetzen. Sie ist eine unerschrockene Frau, aber Gewalt hat sie schon immer gehasst. Oder?
Mich hat dieser Roman schlicht umgehauen. Die vielen Facetten der Frau, die ab und zu, in Nebensätzen versteckt, schreckliche Wahrheiten offenbaren. Im Stil hat mich der Roman an die tiefgründigen Erzählungen von Nina Haratischwili erinnert. Große Leseempfehlung!
Übrigens: Ich lasse hier 99 % des Inhalts einfach weg, aber bei diesem Roman sollte man keinesfalls spoilern