Mein Buchtipp im Februar: Sarah Winman, Lichte Tage
„Jetzt schon kann ich sagen, dass es mir gutgetan hat, in den Süden zu gehen, um den Norden besser sehen zu können.“ (Vincent van Gogh in einem Brief an seinen Bruder Theo, Mai 1980)
Oxford 1950, nicht das universitäre Oxford, sondern das Arbeitermilieu: Dora Judd gewinnt bei einer Tombola und hat die Wahl zwischen verschiedenen Preisen. Ihr Mann fordert sie auf, die Flasche Whisky zu nehmen. Doch Dora entscheidet sich für ein Bild mit 15 Sonnenblumen, eine ziemlich authentische Reproduktion des berühmten Meisterwerks van Goghs. Sie hängt das Bild in die Trostlosigkeit ihrer heimischen Stube, wo es für sie zum Symbol für Sehnsucht nach einem Ort für unausgelebte Träume wird, für Freiheit und Schönheit.
Ihr Sohn Ellis und sein Freund Michael wachsen mit diesem Bild auf. Sie sind schon seit frühester Kindheit beste Freunde.
Jahre später reisen die beiden nach Südfrankreich, der Sonne entgegen. Sie tauschen das Arbeiterviertel Oxfords und die „Fäuste ihrer Väter gegen die Poesie und das Licht des Südens“. Gemeinsam entdecken sie, welche Möglichkeiten ihnen das Leben bietet, wollen herausfinden, wer sie sein könnten und vor allem wer sie sein wollen. Ist es Freundschaft oder gar Liebe.
Dann tritt Annie in ihr Leben und das ändert gleichzeitig nichts und alles.
„Lichte Tage“ ist eine bittersüße Geschichte voller Liebe, Sehnsucht, Verlust und großer Gefühle. Ein Roman über Kunst und Poesie. Auf unaufgeregte Weise erzählt, kein Wort zuviel auf diesen knapp 250 Seiten.
Lieblingszitat: „Ich frage mich, wie es wohl klingt, wenn ein Herz bricht. Ich glaube, es wäre leise, kaum wahrnehmbar, und gänzlich unspektakulär, wie eine erschöpfte Schwalbe, die sanft zu Boden fällt."