Mein Buchtipp im März: Dimitrij Kapitelman, Eine Formalie in Kiew

Nach 25 Jahren in Deutschland möchte Dimitrij endlich die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Sollte eigentlich nicht so schwierig sein, könnte man meinen. Ist es aber. Es stellt sich heraus, daß er eine „Apostille”braucht, die er nur in seinem Heimatland der Ukraine bekommt. Ein Land, das er seit seiner Ausreise mit seinen Eltern nicht mehr besucht hat. Er reist in seine Geburtsstadt Kiew.
Was als Expedition durch den Dschungel der Bürokratie beginnt wird sehr schnell zu einem persönlichen, bittersüßen Familiendrama.
„Eine Formalie in Kiew” ist eine wundervolle, spannende Erzählung mit feinem Humor.
In pointierter Sprache und Sprachwitz hält sie immer die Balance zwischen lustig und tieftraurig.
Das Buch hat mich an die Geschichten von Wladimir Kaminer erinnert.
Es ist auch  eine Empfehlung für Leser die vlt. mal vorhaben die Ukraine zu besuchen. Man erfährt viel über Land und Leute und den Lebensalltag dort. Auch Katzenliebhaber sollten sich angesprochen fühlen, die Katzen auf dem Cover spielen auch in der Story eine wichtige Rolle. Und hoffentlich findet dieses wirklich besondere Buch noch ganz, ganz viele andere Leser.

Kapitelman, Dmitrij
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
ISBN/EAN: 9783446269378
20,00 € (inkl. MwSt.)