Mein Tipp im April: Steve Cavanagh, Seven Days
Randal Korn ist ein gefährlicher Bezirks-Staatsanwalt, der die allermeisten Verurteilten auf den elektrischen Stuhl bringt. Im amerikanischen Staat Alabama ist die Todesstrafe noch erlaubt und Korn genießt es sichtlich, Menschen beim Sterben zu beobachten. Dabei ist es ihm völlig egal, ob diese nun wirklich schuldig sind oder nicht. Und wenn sie Farbige sind, ist es umso besser.
Als der junge Afroamerikaner Andy Dubois beschuldigt wird, seine Kollegin umgebracht zu haben, fordert Korn sofort die Todesstrafe und lässt keinen fairen Prozess zu. Als ein Freund dem New Yorker Anwalt Eddie Flynn davon erzählt, versucht dieser zusammen mit seiner Crew alles, um Andy zu befreien und den wahren Mörder zu finden. Dabei bleiben ihm genau sieben Tage in der sengenden Hitze der Südstaaten und es werden ihm alle nur möglichen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Aber je mehr er über den rassistischen Ort und seinen zum Teil korrupten Einwohnern erfährt, desto besessener wird er von dem Wunsch, Korn ein für alle Mal das Handwerk zu legen.
Steve Cavanagh zählt für mich zu den besten Krimiautoren, die ich kenne. Jedes seiner inzwischen sechs Bände ist großartig, legt den Finger in gesellschaftliche Wunden und ist trotzdem von der ersten Seite an spannend. Der Gipfel ist meistens die Gerichtsverhandlung, wo sich noch so viel tut und man mit Herzklopfen jede Seite umblättert. Der Autor selbst war lange Zeit in Belfast Bürgerrechtsanwalt und weiß, von was er spricht. Mittlerweile ist er „nur“ noch Schriftsteller – was für ein Glück!