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ISBN/EAN: 978-3-423-28392-2
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
544 S.
Format (T/L/B):
3.6 x 21.6 x 14.5 cm

Hersteller:
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
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DE 80337 München


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Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104

Roman

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Unser Tipp für Sie

Wieder hat die Autorin ein Thema angepackt, das nach dem 2. Weltkrieg jahrzehntelang unter den Teppich gekehrt wurde. Es geht um Misshandlung, Missbrauch und Arzneimittelversuche an sogenannten Findelkindern, die nach dem 2. Weltkrieg in deutschen Kinderheimen unerträglich viel Leid erfahren mussten.

Die Geschichte handelt von Hardy und Margret. Hardy, der eigentlich Fritzi hieß, kam als 2jähriger ins Heim. Wegen seiner Sprachlosigkeit und den schrecklichen Erfahrungen, die er auf der Flucht erleiden musste, galt er als schwachsinnig. Die 10 Jahre ältere Margret kümmert sich um ihn und hört ein Leben lang nicht mehr damit auf. Auch sie hat schreckliche Dinge erlebt, die sie für ihr Leben geprägt haben. Ihre Tochter, ihre Enkeltochter und die Urenkelin, die in großen Schwierigkeiten steckt, ahnen davon nichts.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Analphabetismus von Hardy. Trotz seines unermütlichen Fleißes und seiner vielen Begabungen kommt er in der Gesellschaft nicht zurecht, ein Besuch beim Arzt oder bei der Bank wird für ihn zum unüberwindbaren Problem, sofort fällt er in seinen Hospitalismus zurück.

Das Buch packt einen von der 1. Seite an, man liest atemlos weiter, hofft und bangt mit seinen Heldinnen und Helden. Susanne Abel kann unfassbar gut über Verdrängtes und Verschwiegenes schreiben, was sie schon bei „Stay away from Gretchen“ und „Was ich nie gesagt habe“ bewiesen hat. Unbedingt lesen!

 

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Beschreibung

Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Wer ist man, wenn man niemand ist?  Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn Hardy nennt und schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Klug, einfühlsam und berührend erzählt Susanne Abel in ihrem neuen Roman von der lebenslangen Liebe zweier Heimkinder. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend. Eindringlich und aufrüttelnd. Ein bewegender Familienroman über den Einfluss unserer Vergangenheit auf unsere Nachkommen. Die kleine Emily leidet unter dem hartnäckigen Schweigen ihrer Urgroßeltern Margret und Hardy, bei denen sie wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Mutter aufwächst. Als Jugendliche beginnt sie schließlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wird es ihr gelingen, das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie endlich aufzubrechen? 'Susanne Abel schreibt unterhaltsame, sogar humorvolle Romane aus dem Elend, in das wir alle hineingeboren werden, ohne es uns aussuchen zu können. Chapeau!' stern 'Seit Tagen wechselten sich Schnee und Regen ab, und es war glatt. Deshalb musste jedes größere Kind ein kleineres an die Hand nehmen. Und so marschierten die Heimkinder in Zweierreihen im Dunkeln hinunter nach Drolshagen. Der Zug wurde angeführt von zwei größeren Jungs, die mit Marschtrommeln den Rhythmus vorgaben. Dahinter schritt die Oberin, gefolgt von den übrigen Nonnen. Anders als sonst nahm es an diesem 24. Dezember 1947 niemand mit dem üblichen Redeverbot so genau. Doch mit wem hätte Margret sprechen sollen? Der kleine Kerl neben ihr, von dem sie nur die Nummer und nicht den Namen kannte, war dafür zu dumm. Er rutschte aus und Margret konnte nur durch beherztes Zugreifen verhindern, dass er stürzte und am Ende auch noch sie zu Fall brachte. Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104, ermahnte sie ihn. Der Kleine gab keine Antwort und setzte tapfer einen Fuß vor den anderen.'

Über Susanne Abel

Susanne Abel arbeitete als Erzieherin und realisierte nach ihrem Filmstudium als Regisseurin zahlreiche Dokus für das deutsche Fernsehen. Seit 2017 konzentriert sie sich ganz auf das Schreiben. Ihr gefeiertes Romandebüt Stay away from Gretchen stürmte bis an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste und war ein sensationeller Erfolg, genau wie sein Nachfolger Was ich nie gesagt habe. Die gebürtige Badenerin lebt nach Stationen in Bochum, Berlin und Hamburg überwiegend in Köln.