Anne Freytag, Blaues Wunder

Auf den ersten Blick hat „Blaues Wunder“ alles für einen perfekten „Sommerwohlfühlroman“: eine Luxusyacht vor der Traumkulisse der Philippinen, Sonne, türkisblaues Meer, schöne,elegante Menschen, eine erotisch aufgeladene Fremdliebelei. Aber der Schein trügt. Dieser Roman ist ein psychologisches Kammerspiel mit allen Raffinessen.
Drei Paare machen zusammen Urlaub. Zwei davon um die 40, erfolgreich, souverän. Und der Gastgeber Walter, exzentrisch, superreich und Chef einer Privatbank. Seine Frau und ihr erwachsener Sohn sind auch dabei.
Walter hat seine beiden besten und engsten Mitarbeiter, Konkurrenten im Berufsalltag, samt ihren Ehefrauen auf die Yacht eingeladen.
Sie machen Ausflüge, es gibt tolles Essen, Small Talk. Alles sehr schön, aber man spürt schon nach wenigen Seiten, da stimmt was nicht. Fragt sich nur was. Das Gerücht geht um, Walter möchte seine Nachfolge regeln. Einen Nachfolger erwählen. 
Schnell wird klar, das ist kein entspannter Urlaub, sondern eine Prüfung. Rund um die Uhr, sieben Tage lang. Es gibt Punkte für Schönheit, Leistung, Charisma, und das sowohl für die beiden Männer, als auch für ihre Ehefrauen. Es entsteht ein unerbittlicher Konkurrenzkampf. Auch für die Frauen steht etwas auf dem Spiel. Sie unterstützen ihre Männer bei diesem Machtkampf.
Der Roman ist aus der Perspektive der Frauen geschrieben. Sie erzählen abwechselnd und sind die eigentlichen Hauptpersonen. Nach und nach kommen Geheimnisse ans Licht, die Fassade bröckelt.
„Blaues Wunder“ ist ein Roman über Intrigen, Machtspiele und dunkle Geheimnisse. Witzig, bissig, böse. Man liest ihn in einem Rutsch durch, weil er gut unterhält, ohne zu überfordern.
 

Bibliographie
Tipp
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Blaues Wunder
Anne Freytag
Blaues Wunder
Roman
EAN: 978-3-311-15146-3
Als Ferdinand von einem 'Sommer auf dem Meer' sprach, hatte Nora etwas anderes im Sinn: weniger abgelegen, weniger beruflich. Auch Franziska ahnte nicht, worauf sie sich einließ, als ihr Mann Kilian einen Urlaub zu siebt ankündigte: mit seinem Chef Walter Bronstein, Ferdinand Mattern, seinem größten Konkurrenten, den drei Ehefrauen und Walters Sohn David. Auf der luxuriösen Superyacht in den Philippinen mangelt es ihnen an nichts, es könnte eine entspannte Zeit sein, aber die Gäste ahnen: Bei diesem Trip geht es um mehr, um etwas Großes. Nur worum genau, das scheint keiner zu wissen. Wieso hat Walter die beiden Kontrahenten und ihre Frauen eingeladen? Zwei Paare in den Vierzigern, die Kinder aus dem Gröbsten raus, die Eigenheime abbezahlt, die Karrieren steil - die der Männer, versteht sich. Alle zeigen sich von ihrer besten Seite. Es wird strahlend gelächelt und gekonnt konversiert. Eheleute, wie man sie sich nicht glücklicher ausmalen könnte. Aber nichts ist, wie es scheint. Sie alle spielen eine Rolle in dieser Inszenierung. Aber für wen? Und wer führt Regie? Anne Freytag beobachtet präzise und deckt schonungslos auf, was sie sieht. Sie erzählt mit großer Dringlichkeit von stillschweigenden Übereinkünften, die aufgekündigt werden, Erwartungshaltungen und Enttäuschungen, Bedürfnissen und Begierden, Konventionen und Geheimnissen. Ausgezeichnet mit dem GLAUSER-Preis 2026 in der Kategorie 'Roman'

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