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Buchtipps

Frankfurt, 1945. Im Bombenhagel ist von der Verlagsbuchhandlung ihrer Eltern kaum etwas geblieben, doch Ella Reichenbach beschließt, den Papiervorrat ihrer verstorbenen Mutter dafür zu verwenden, den Verlag wieder aufleben zu lassen.

„Not waving but drowning“ , ein Gedicht des britischen Dichters Stevie Smith, steht als Prolog vor Dörte Hansens neuen Roman „Zur See“, und diese Zeile leitet auch das letzte Kapitel ihres Buches ein. Es könnte der Nordsee gewidmet sein, „aber kein Mensch, kein Hund, kein Mond ist halb so treulos wie die See, die niemanden vermisst...Die sich so lieben lässt und keinen je zurückgeliebt hat."

Kioskbesitzer Armin versucht erfolglos zu meditieren, der Nachbarin von oben mangelt es an Schlaf, Hundebesitzer Pohl klagt über Angstzustände und Panikattacken. Alle vertrauen sich unserer Protagonistin an, beim Spazierengehen im Park und während langer nächtlicher Unterhaltungen auf der Treppe wird der Kummer aller Art nicht gelöst, aber er kommt zumindest ans Licht.

Zeliko, der von allen „Jimmi“ genannt wird, ist 15, als er sich in die Heidelberger Professorin verliebt, bei der seine Mutter putzt. Martha, 48, gebildet und sehr gepflegt, wirkt magisch angezogen von dem Wissensdurst und von der Schönheit des Jungen, der Literatur zu inhalieren scheint und seinen Wortschatz durch Zeitungslektüre aus Altpapiercontainern erweitert.

Dirk Sternmann ist in Nöten. Nach den ersten vier Jahren ihrer Erziehung des gemeinsamen Sohnes Herrmann möchte seine Frau wieder ins Berufsleben einsteigen. Das bedeutet: Sie wird  für ein halbes Jahr ins Österreichische Kulturinstitut nach New York geschickt. Ein Kindermädchen muss her.

Vor einigen Jahren hat der  Krimiliebhaber und Buchhändler Malcolm Kershaw eine Liste erstellt, auf der die Bücher mit den seiner Meinung nach perfekten Morden der Literatur gelistet sind.

Als die Mutter bei der Reise von England nach Frankreich unerwartet erkrankt, sind die fünf Geschwister auf einmal ganz auf sich alleine gestellt. So müssen sie die Sommerwochen ohne die Mutter  in dem in die Jahre gekommenen Hotel in der Champagne,  in Vieux-Moutiers, verbringen. Nur der charmante und etwas undurchsichtige Eliot nimmt sich der Kinderschar an und lädt sie zu Ausflügen in die traumhafte Umgebung ein.

„Schwarze Zitronen“ spielt Anfang der Fünfziger Jahre im touristisch noch kaum bekannten Fischerörtchen Amalfi. Nachdem Clarettas Mann im Krieg gefallen ist, muss sie ihre vier Söhne alleine ernähren. Ohne große Hoffnung auf Anstellung bewirbt sie sich als Sekretärin bei der Carabinieri. Obwohl sie keine Ausbildung besitzt, stellt der Capitano sie überraschend ein.

In „Eine andere Zeit“ erzählt Helga Bürster von den Schwestern Enne und Suse, die in den 1970ern in einem abgelegenen Dorf in Vorpommern aufwachsen. Suse, die sensiblere der beiden Schwestern, ist häufig krank, so dass Enne oftmals zurückstecken muss. Bis auf wenige Momente der Nähe sind sich die Schwestern eher fern. In den Sommerferien bekommen sie meist Besuch von ihrer Kusine, die mit der Schwester des Vaters aus dem Westen anreist.

Rose Napolitano ist eine Frau, die mitten im Leben steht und weiß was sie möchte. Als Professorin und Wissenschaftlerin beruflich erfolgreich, weiß sie aber auch was sie nicht möchte. So ist es ein Kind zu haben, nie ein Teil ihres Lebensplans gewesen. Auch für ihren Ehemann Luke ist es nicht wichtig ein Kind zu haben, darauf haben sich beide bereits vor der Ehe verständigt.