Mein Buchtipp im Februar: Hannah Häffner, Die Riesinnen
Der Roman „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner erzählt die Geschichte von drei eigenwilligen Frauen aus dem fiktiven Ort Wittenmoos im Schwarzwald. Er beginnt in den 1960er-Jahren und erstreckt sich bis in unsere Gegenwart. Liese, Cora und Eva, Großmutter, Tochter und Enkelin, verbindet nicht nur ihre Familie, sondern auch das Gefühl, in ihrem Heimatdorf fehl am Platz zu sein. Sie wirken zu groß, zu sperrig, ihre Träume zu kühn, ihre Haare zu rot.
Liese, die Großmutter, ist stark, wortkarg und unerschütterlich. Sie zeigt ihre Liebe durch Arbeit und Pflichtbewusstsein, nicht durch Nähe. Cora, ihre Tochter ist rebellisch und voller Freiheitsdrang. Sie kämpft gegen die Enge des Dorfes und gegen die Härte ihrer Mutter. Eva, die Enkelin, wächst zwischen diesen Spannungen auf, sucht aber ihren eigenen Platz im Leben.
Hannah Häffner beschreibt die Figuren unglaublich lebendig und nahbar. Die Sprache ist ruhig, fast poetisch, und der Schwarzwald wird zur eigenen Figur, mal beschützend, mal bedrohlich.
Besonders berührt hat mich auch, wie sie das „Anderssein“ feiert. Jeder der drei Frauen hat ihre Herausforderungen, wächst daran und bleibt doch sie selbst.
Der Roman stellt die Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht, ob wir es in der vertrauten Heimat oder eher in der Fremde finden. Es geht um die besondere Verbindung zwischen Müttern und Töchtern. Den Mut, den eigenen Weg zu gehen, und um das Anderssein.
„Die Riesinnen“ ist kein Buch, das man nebenbei liest. Es lädt ein, sich auf die Charaktere einzulassen, mitzuleben und über Familie, Wurzeln und Selbstbestimmung nachzudenken. Mir ging die Geschichte auch nach dem Lesen lange nicht aus dem Kopf, weil sie nicht nur erzählt, sondern auch spürbar macht, wie unterschiedlich Frauen ihren Weg durchs Leben finden.
Ein moderner, rebellischer „Heimatroman“, wild und rauh, zugleich aber voller Wärme.
Hat mir sehr gut gefallen, war super:)