Mein Tipp im März: Susanne Gregor, Halbe Leben

  „Es liegt kein Motiv vor, man lässt den Tod als Unfall gelten.“

 Es beginnt mit einem Paukenschlag. Die Geschichte wird rückblickend erzählt.  Klara, ihr Mann und ihre Tochter führen ein tolles Leben in der österreichischen Provinz. Sie ist Architektin, er Fotograf, und auch bei der Teenager-Tochter, um die sich Oma Irene oft kümmert, läuft alles gut. Das ändert sich, als Irene, Klaras Mutter, einen Schlaganfall erleidet und zunehmend dementer wird. Sie will nicht ins Heim. Eine Betreuerin muss her. Nach einigem Hin und Her engagieren sie Paulina aus der Slowakei, die ihre Kinder wiederum bei ihrer Schwiegermutter zurücklassen muss.

Für alle Beteiligten bedeutet das ungewohnte Zusammenleben einen großen Einschnitt. Aber erst mal klingt alles perfekt. Klara kann sich wieder ganz ihrer Karriere widmen, und Paulina muss sich nicht mehr so viele Sorgen um ihre finanzielle Situation machen. Doch dieses Arrangement hat einen hohen Preis … Aus dem Arbeitsverhältnis wird nach und nach ein ungleiches Machtverhältnis. Beide Frauen führen nur ein „halbes Leben“. 

Susanne Gregor lässt in ihrem Buch alle Parteien zu Wort kommen und erzählt ausführlich aus den verschiedenen Perspektiven. Sie erzählt diese erschütternde Geschichte völlig unaufgeregt und unparteiisch. Als Leserin kann man beide Frauen gut verstehenEin thrillerartiger, psychologischer Roman mit absolut aktuellem Thema.

 


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