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Mein Tipp im Oktober 21: Douglas Stuart, Shuggie Bain

Wow, was für ein Buch!
Der schottisch-amerikanische Autor Douglas Stewart hat einen Roman geschrieben, der gleichzeitig hart und zärtlich, voller schöner Momente ist und direkt daneben tiefe, tiefe Abgründe hat.

Shuggie Bain erzählt die Geschichte des gleichnamigen Jungen Shuggie und seiner Familie im Glasgow der 80er Jahre, der sogenannten Thatcher-Ära. Eine Zeit, die von Armut und Tristesse geprägt war. Wenig Arbeit, wenig Geld. Kein Platz für Liebe, Zuneigung und Gefühle. Für viele blieb nur die Flucht in den Alkohol.
Shuggies Mutter Agnus jedoch ist anders. Sie ist bildschön und klug. Mit Stil und Haltung versucht sie sich von diesem ganzen Elend nicht unterkriegen zu lassen. Verliert sich dann aber doch auch aufgrund von unglücklichen, gewaltgeprägten Liebschaften und Enttäuschungen in ihre Alkoholsucht. Und trotzdem hält der hoch- sensible, einsame Shuggie, der in der Schule und Nachbarschaft als „Schwuchtel” bezeichnet wird, an seiner Mutter fest. Er will sie retten. Für ihn ist sie Ikone und Vorbild. Er liebt sie hingebungsvoll und versucht alles,um sie von ihrer Sucht zu befreien, bis er irgendwann erkennt, dass er hilflos ist.

Es gibt diese Bücher, die einen unfassbar berühren, traurig und geradezu sprachlos machen. Vor allem, wenn man weiß, dass die Geschichte autobiografische Züge des Autors enthält. Zu Recht hat er mit seinem Debüt den Booker-Prize gewonnen. Lesen sie Shuggie Bain!

Roman, Booker Preis 2020
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783446271081
26,00 €inkl. MwSt.

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Kategorie: Ortrud Mücka