Mein Buchtipp im Juni: Anne Berest, Die Postkarte
Eine rätselhafte Postkarte verstört Anfang des 21. Jahrhunderts die Mitglieder der Pariser Familie von Anne Berest. Darauf stehen nur die Vornamen der vier in Ausschwitz ermordeten nächsten Angehörigen Lélias, deren Mutter Myriam als einzige dem Holocaust entkam.
Als Jahre später die achtjährige Enkeltochter von ihrer Schule nach Hause kommt, mit der Mitteilung, dass man Juden dort nicht so mag, beschließt man, den Ursprung der Postkarte endlich zu ergründen. Myriam kann man nicht mehr fragen, und so beschließen Anne und Lélia mit Hilfe eines Grafologen und eines Privatdetektivs, die Geschichte der Familie Rabinovitch zu recherchieren.
Dieser Roman, der in Frankreich große Erfolge feiert und für sämtliche renommierte Literaturpreise nominiert ist, beleuchtet nicht nur die Rolle Frankreichs bei der Verfolgung der Juden im 2. Weltkrieg, sondern auch den latenten Rassismus, der leider auch heute in Teilen der französischen Gesellschaft vorhanden ist. Ich habe das Buch z. T. mit angehaltenem Atem gelesen und wünsche ihm viele Leserinnen und Leser.