Mein Buchtipp im Oktober: Davide Morosinotto, Greta Grimaldi und der Junge im Schatten
Nürnberg im August 1829: Eine Kutsche hält vor dem Bayerischen Hof und bringt den aus Bologna komenden Doktor Grimaldi und dessen 14jährigen Tochter Greta in die Stadt. Der Mediziner ist europaweit dafür berühmt, verwickelte Kriminalfälle zu lösen. Er wurde herbeigerufen, um ein Verbrechen zu verhindern: Es gibt Morddrohungen gegen das berühmte Findelkind Kaspar Hauser. Der inzwischen 17jährige Kaspar lebt seit einem Jahr in Obhut eines Lehrers in der Zirkelschmiedgasse, nicht weit von dem Ort entfernt, an dem er zum ersten Mal auftauchte.
Greta ist ein hochintelligentes Mädchen, das fließend deutsch spricht und für ihren Vater zahlreiche Erkundungen einholt. Als Mädchen fällt sie im 19. Jahrhundert niemandem auf und wird dadurch nicht ernst genommen. Sie scheint unsichtbar zu sein. Dies weiß sie geschickt auszunutzen. So wird sie wird bald im engsten Freundeskreis von Oskar Tucher aufgenommen und lernt auch Kaspar Hauser kennen.
In diesem spannenden historischen Detektivroman für Jugendliche ab 12 geht es nicht nur um ein Rätsel, das seit 200 Jahren nicht vollständig gelöst werden konnte. Der Fall Kaspar Hauser wirft viele Fragen auf, die heute noch aktuell sind: Herkunft und Erbe, aber auch die Auswirkungen der Sensationspresse sind nur einige Beispiele, die hier genannt werden sollen.
Menschen aus Nürnberg, die dieses Buch lesen, werden aufgrund der sorgfältigen Recherchen des Autors viel über die Geschichte der Stadt und das Leben ihrer Bewohner im 19. Jahrhundert erfahren. Unbedingt empfehlungswert!