0

Alice Wennhak empfiehlt: Hye-Young Pyun, "Der Riss"

Ogis Ehefrau stirbt bei einem Autounfall. Er hat diesen Unfall verursacht und ist selbst schwer verletzt.
Nach langem Krankenhausaufenthalt bleibt er ans Bett gefesselt. Alle therapeutischen Bemühungen seine Bewegungs- und Handlungsfähigkeit wiederherzustellen scheitern. Sprach- und bewegungslos, aber im Kopf völlig klar, liegt er im Schlafzimmer seines Hauses, komplett auf seine Schwiegermutter angewiesen.

Nach und nach werden nicht nur die Risse in seiner Ehe, sondern seiner gesamten Existenz sichtbar. Im Inneren halten ihn beunruhigende Erinnerungen an seine Frau, seine Ehe, seine Vergangenheit gefangen. Handlungsunfähig und einsam beobachtet Ogi gleichzeitig, wie seine Schwiegermutter immer stärker Besitz von seinem Haus, dem Garten, seinem gesamten Leben ergreift. Zunächst dankbar, dass sich überhaupt jemand um ihn kümmert, muss Ogi mit ansehen, wie sich das Verhalten der Schwiegermutter wandelt. Unvorstellbare Abgründe tun sich auf. Nichts ist, wie es scheint.

Außergewöhnlich, unterhaltsam und spannend ist das Buch ein Psychogramm über die Abgründe, die in alltäglichen Beziehungen lauern können. Atemlos liest man eine beunruhigende und gleichzeitig fesselnde Geschichte über Schuld, Abhängigkeit und Einsamkeit. Fassungslos legt man am Ende das Buch aus der Hand.

Absolut eine Empfehlung!

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783442757718
18,00 €inkl. MwSt.

Lieferbar innerhalb 1 - 2 Wochen

In den Warenkorb
Kategorie: freunde-des-hauses