Mein Buchtipp im April: Bernhard Aichner, Dunkelkammer

In einer kalten Winternacht sucht der Obdachlose Franz Zuflucht in einer leerstehenden Wohnung in Innsbruck. Dass diese chice Wohnung schon lange keiner mehr betreten hat, merkt er nicht nur an der Zeitung, die auf dem Tisch liegt und bereits 20 Jahre auf dem Buckel hat. Als er das Schlafzimmer betritt, findet er eine mumifizierte Leiche, der man den Kopf abgetrennt hat. Nach dem ersten Schock ruft er seinen ehemaligen Kollegen David Bronski an, der als Pressefotograf mittlerweile in Berlin arbeitet und bittet ihn, so schnell wie möglich zu kommen. In der Geldtasche steckt nämlich ein Foto von dessen Tochter, die mit 4 Monaten verschwunden ist und von der es seit 20 Jahren keine Spur gibt. Bronski macht sich mit seiner Kollegin Svenja auf die Suche nach dem Mörder dieser toten Millionärin, die vor 20 Jahren spurlos verschwand und hofft nichts mehr, als endlich das Geheimnis um seine verschollene Tochter zu lüften.

Zu Beginn ist er der Polizei immer eine Spur voraus, allerdings kommt er Dingen auf die Spur, die eng mit seinem eigenen Schicksal zu tun haben. Seine Schwester, die als Privatdetektiven in diesem Fall mitermittelt, ist die einzige Person, zu der er noch Vertrauen haben kann und die ihm immer den Rücken stärkt.

David Bronski hat sich in den vergangenen Jahren zum Außenseiter entwickelt. Seine einzige Leidenschaft nach dem Tod seiner Frau sind Fotos von Toten, die er in seiner Dunkelkammer zu bizzaren Kunstwerken zusammenstellt. In der Redaktion achtet man sein Können, aber seine rauhe Art vertreibt jeden, mit dem er zusammenarbeiten soll.

Bernhard Aichner hat mit Bronski, wie ihn alle nennen, einen sehr eigenwilligen Helden geschaffen. Einsilbig, von Schicksalsschlägen erschüttert lebt er fern von seiner Heimat in Berlin. In seinem Fachgebiet ist er einer der Besten. Aber je näher man ihn kennenlernt, umso besser versteht man sein Verhalten.

Der Autor hat es wieder einmal geschafft, von der ersten Seite an eine unheimliche Spannung aufzubauen. In kurzen Kapiteln beschreibt er in kurzen Sätzen unheimlich dicht, was gerade geschieht oder fängt, ohne sich mit Zwischensätzen zu belasten, in knackigen Dialogen die spannensten Szenen  ein. Der Plot enthält so viele Wendungen und wird erst ganz zum Ende genail aufgelöst. Ein toller Krimi!

Und im Juli erscheint bereits der zweite Teil!

 

 

 


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