Mein Tipp im September: Yrsa Sigurdardottir, Blut

Vor zehn Jahren kam Gunndis´ Vater bei einem Schiffsbrand ums Leben. Er arbeitete dort als Schiffskoch  und Gunndis möchte sehr gerne in seine Fußstapfen treten. Als sie auf einem Trawler anheuert, wo der eigentliche Koch einfach nicht auftauchte, ahnt sie nicht, dass dies eine Fahrt auf Leben und Tod wird. 

Zeitgleich gibt es in Gunndis´ Heimatort in einer Straße einen Nachbarschaftsstreit, der seinesgleichen sucht.  Das Ganze eskaliert, als der Vater einer dieser zerstrittenen Familien tot aufgefunden wird. Die Polizisten Tyr uns Karo versuchen verzweifelt, das Ganze aufzuklären und finden bald auch noch Hinweise auf Gunndis´ Familie. Je mehr Zeit verstreicht, umso schrecklichere Dinge kommen zum Vorschein. Zeitgleich muss Gunndis an Bord tatsächlich um ihr Leben kämpfen, da viele der Besatzung ihrem Vater die Schuld an dem damaligen Brand geben und ihren Frust an ihr auslassen. Und dann wird das Wetter immer schlechter und der Trawler bleibt länger als geplant auf der Hohen See. 

Wer Yrsa Sigurdardottir kennt, erwartet eigentlich einen blutrünstigen Thriller. Dies ist aber ein toll konstruierter, eher leiser Krimi, in dessen Sog man recht schnell hineingezogen wird. Auch wenn er nicht vor Spannung strotzt, so muss man einfach wissen, wie es in dieser seltsamen Straße mit den augenscheinlich ganz normalen Menschen weitergeht,  wie es an Bord immer mehr brodelt und ob Gunndis die Wahrheit über ihren Vater erfährt. Und natürlich verfolgt man auch das Privatleben der Polizisten mit großem Interesse. 

Mir hat es großen Spaß gemacht, wieder einmal einen Ausflug ins kalte, graue Island zu machen, auch wenn ich eigentlich Heftigeres erwartet habe, aber dieser intelligent aufgebaute Krimi mit vielen unerwarteten Wendungen hat mich richtig überzeugt.


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