Satu Rämö, Hildur Die Toten am Meer
Hildur ist wohl die außergewöhnlichste Ermittlerin Islands. Zusammen mit ihrem Kollegen Jakob, der vor einigen Jahren eigentlich nur ein Praktikum bei ihr machen wollte und geblieben ist, wird es für sie in dem vierten Teil der „Hildur“-Reihe persönlich. Auf dem Grundstück ihrer verstorbenen Eltern, das ihre Schwester nun bewirtschaften will, werden bei Baggerarbeiten vier Leichen frei gelegt, die wohl schon ein paar Jahre unter der Erde liegen. Gleichzeitig muss sie den mysteriösen Tod ihrer Tante in einem Altersheim klären und möchte die Machenschaften auf einem Kreuzfahrtschiff aufdecken, auf dem Arbeiter schwer misshandelt werden. Kreuzfahrtschiffe sind, wie oft auch ina andeen Ländern, mittlerweile eine Plage für Island. Da nur die Personen, die auf das Schiff wollen oder es verlassen, kontrolliert werden, können mit der Fracht unkompliziert Drogen oder andere nicht ganz saubere Waren auf oder von dem Schiff geschmuggelt werden. Dem Ganzen auf die Spur zu kommen ist gar nicht so einfach, da die Schiffe unter fremder Flagge laufen und die Arbeiter um ihre Stellen bangen, wenn sie Informationen herausgeben.
Die „Hildur“-Bücher, die man übrigens unabhängig voneinander lesen kann, fangen oft eher leise an und manchmal meint man, dass es dieses Mal wohl langweiliger werden könnte. Aber weit gefehlt! Ab dem zweiten Drittel ist man in dem Sog drinnen und man kann das Buch kaum zur Seite legen. Man versteht Hildurs unglaubliche Leidenschaft fürs Surfen und Jakobs Hobby Stricken und all die anderen liebenswerten Eigenheiten der Isländer. Gleichzeitig ist es politisch aktuell, anspruchsvoll und voller überraschender Wendungen.
Meiner Meinung nach wieder ein Highlight am Krimihimmel!