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ISBN/EAN: 978-3-311-10137-6
Einband: gebundenes Buch
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Originaltitel:
The Morning Gift
Übersetzer:
Mechtild Ciletti
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
464 S.
Format (T/L/B):
3.6 x 21 x 13.6 cm

Hersteller:
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
info@schoeffling.de
Kaiserstraße 79
DE 60329 Frankfurt am Mai


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Unser Tipp für Sie

Aktuell werden viele Liebesromane gekauft – wen wundert das, bei der momentanen Weltlage flüchten wir uns gerne ins Private. Dies hier ist zwar ein Liebesroman, aber er passt auch gut in die Zeit, es geht um Flucht, um Judenhass und Vorurteile, um Neuanfang in einem fremden Land und trotzdem liest sich das ganze wie ein Roman von Jane Austen.

Wien 1938: Hitler marschiert in die Stadt, während Professor Berger, Dekan des Naturhistorischen Museums, mit seiner Gemahlin und einem einzigen Koffer den letzten Fluchtweg nach London nimmt- seine 18-jährige Tochter Ruth wähnt er bereits dort, sie sollte mit einem Studentenvisum vorausreisen. Er ahnt nicht, dass Ruths Papiere für ungültig erklärt wurden und dass sie mutterseelenalleine in der elterlichen Wohnung ausharrt, wohlwissend, dass sie noch in derselben Nacht untertauchen muss.

Zur selben Zeit kommt der britische Professor Quinton Somerville, ein Freund ihres Vaters, in die Stadt, um an der hiesigen Universität die Ehrendoktorwürde anzunehmen. Als er Berger beim Festakt nicht antrifft und von dessen Schicksal erfährt, verzichtet er auf die Feierlichkeiten und eilt in dessen Wohnung, wo er Ruth findet und sie in Sicherheit bringen will.  In der kurzen Zeit seines Aufenthalts scheint nur eine Scheinehe die jüdische Studentin sicher ins Ausland bringen zu können, und so heiraten die beiden.

Natürlich darf niemand von dieser Ehe wissen, zumal Ruth verlobt ist und Professor Somerville andere Pläne hat. Dies führt zu einigen Verwicklungen und großem Lesevergnügen, zumal Ruth eine blitzgescheite,  herzensgute, äußerst emotionale junge Frau ist, die man doch manchmal schütteln möchte wegen all ihrer Rechtschaffenheit und dummen Entscheidungen. Ein Lesekreis könnte hier herrliche Charakterstudien anstellen, Protagonisten zerpflücken, Nebenpersonen (alle sind hochinteressant!) analysieren.

Die deutsche Erstausgabe erschien vor dreißig Jahren unter dem Titel „Die Morgengabe“. Eva Ibbotson, 1925 in Wien geboren, 2010 in England gestorben, ist hier vor allem für ihre warmherzigen und spannenden Kinderbücher berühmt: „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ diente als Vorbild für J.K. Rowlings Gleis neundreiviertel, auf dem die magischen Schülerinnen und Schüler vom Paddington Bahnhof aus nach Hogwarts reisen.

Ähnlich wie ihre Protagonistin musste Eva Ibbotson als junges Mädchen von Wien nach London fliehen – leider hatte sie kein so glückliches Elternhaus wie Ruth. Ihre Eltern waren getrennt, ihre Verwandten in alle Welt verstreut, sie wuchs in einem Waisenhaus auf. Doch in Ibbotsons Büchern findet sich kein einziges Wort der Verbitterung, sie sind pures Lesevergnügen!

Beschreibung

Ein Koffer und tausend Reichsmark pro Person. Mehr bleibt den Bergers nicht, als sie 1938 aus Wien fliehen. Zurück lassen sie ihre Zwölf-Zimmer-Wohnung in der Beletage eines herrschaftlichen Hauses mit Hof, in dessen Mitte eine Kastanie steht. Ebenso Professor Bergers hart erarbeitete Stelle als Universitätsdekan. Ihre Freunde, Heimat und Kultur. Was sie nicht wissen: Auch ihre Tochter Ruth ist noch in Österreich, die Einreise nach England mit dem Studentenvisum wurde ihr an der Grenze verwehrt. Der britische Professor Quinton Somerville, ein Freund ihres Vaters, findet Ruth mutterseelenallein in den leeren Wohnräumen, wo sie wieder und wieder auf dem Klavier dieselbe Phrase spielt. Er sieht nur eine Möglichkeit, Ruth zu retten: Sie müssen heiraten. Der Plan glückt, doch in London angekommen, verzögert sich die Auflösung der Scheinehe immer  wieder. Während Ruth versucht, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden, und sehnsüchtig auf die Ankunft des Pianistenwunderkinds Heini wartet, den sie seit jeher liebt, lernen Quinton und sie sich näher kennen. Und ganz langsam fangen sie an, sich mit anderen Augen zu sehen.