Mein Buchtipp im Januar 22: Yasmina Reza, Serge
Bei der Einäscherungsfeier von Grandmére am Friedhof Père Lachaise schlägt Serges Tochter vor, gemeinsam nach Auschwitz zu fahren, und so reisen die Geschwister Popper gemeinsam nach Polen, um nach verschollenen Angehörigen zu suchen.
Reza beschreibt wie üblich mit beißender Ironie eine jüdische Familie und deren Schwurbeleien, die kaum auszuhalten sind, und uns doch immer wieder an uns selbst erinnern. Menschen wie von Hopper gemalt, wie an einer der besten Stellen des Buches eindrücklich beschrieben.
Das ist großartig gemacht, allerdings muss man, wie immer bei Yasmina Reza, viel Sarkasmus ertragen. Keine der Figuren kommt einem näher, keine wirkt sympathisch, trotzdem wünscht man ihnen am Ende viel Glück.
Für alle, die moderne Theaterliteratur und Gesellschaftskritik lieben!