Mein Tipp im Dezember 24: Joachim Meyerhoff, Man kann auch in die Höhe fallen

Der von einem Schlaganfall aus der Bahn geworfene, mittlerweile in Berlin wohnende ehemalige Wiener Burgschauspieler flieht, kurz nachdem er den Kindergeburtstag seines Sohnes gründlich verdorben hat, zu seiner 86jährigen Mutter an die Ostsee. Er braucht dringend eine Auszeit und bietet ihr freundlich seine Hilfe in Haus und Garten an. Tatsächlich ist sie es, die ihn wieder aufrichtet.

Wunderbare Anekdoten spicken diesen autofiktionalen Roman, man lacht sich scheckig über so manche Theaterpanne, erfährt Tiefgründiges und Absurdes in den alltäglichsten Szenen. Voller Selbstironie erzählt Meyerhoff von seiner wunderbaren, schwierigen Familie und beim Lesen erfährt man auch immer wieder etwas von sich selbst.

Neben zahlreichen Szenen, bei denen ich beim Lesen laut auflachen musste, gefällt mir am besten eine Passage, wo die Mutter über ihr eigenes Leben reflektiert, das man als unglaublich traurig, manchmal grausam, aber auch reich und wunderbar ansehen kann. Eine glückliche Frau, und Joachim Meyerhoff hat ihr ein Denkmal gesetzt.

„Man kann auch in die Höhe fallen“ ist es der 6. Teil der Reihe „Alle Toten fliegen hoch.“ Er ist absolut empfehlenswert, auch wenn man die ersten fünf Bände nicht gelesen hat.


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